Durchsetzungsvermögen ist die Kompetenz, eine Entscheidung in eine Handlung umzusetzen. Eine Führungskraft trägt die Verantwortung für das Erreichen Ihrer Ziele. Im Notfall müssen auch mal die Zähne nach oben und unten gezeigt werden, um der Verantwortung gerecht zu werden. Die Herausforderung für Sie, als Führungskraft, besteht darin, Entscheidungen durchzusetzen, ohne die betroffenen Menschen zu verlieren, sondern sie mitzunehmen.

Durchsetzungsvermögen

Die Kraft zu haben, als Autorität aufzutreten und sich Respekt zu verschaffen, wünscht sich jede Führungskraft. Letztlich ist das Durchsetzungsvermögen die Hauptaufgabe in der Führung. Schließlich ist Durchsetzungsvermögen nichts anderes als die Fähigkeit, den richtigen Kurs zu finden, zu benennen und auch gegen Widerstände beizubehalten. Durchsetzungsvermögen ist eine hoch geschätzte aber auch kritisch beäugte soziale Kompetenz. Wer über Durchsetzungsvermögen verfügt, wird oft als dominant oder herrisch erlebt. Und doch gilt: „Neid muss man sich verdienen“. Wenn Führungskräfte kein Durchsetzungsvermögen aufbringen, fühlen sich Mitarbeiter verunsichert und erkennen keine klare Struktur. Das führt zu Stress am Arbeitsplatz, der schließlich dem Erfolg im Weg steht.

Everybodys darling is everybodys depp

Leider stimmt diese Redensart. Der beliebte, kumpelhafte Typ, der für jeden Spaß zu haben ist, hat eine tolle Präsenz in Fernsehserien, in der Realität kommt er nicht vor. Der Vorgesetzte hat nicht nur die Verantwortung, er wird auch als derjenige gesehen, der zur Not die entsprechenden Maßnahmen ergreift, um seiner Verantwortung gerecht zu werden. Durchsetzungsvermögen muss von der Erfahrung und der Fähigkeit begleitet werden, vorausschauend zu denken. Es geht um das rechte Maß zwischen Dominanz und Unterwürfigkeit. Lesen Sie hier, wie es Ihnen gelingt, das rechte Maß zu treffen.

Durchsetzungsvermögen ist eine Schwachstelle auf der Führungsebene

Nach einer izf – Studie von 2016 werden 59 Prozent der Führungskräfte von Mitarbeitern als durchsetzungsfähig gesehen. 69 Prozent der Führungskräfte schreiben sich diese Kompetenz selbst zu. Nicht nur, dass die Führungskräfte sich selbst besser sehen, als sie sind, fällt auf. Die Zahlen sind auch in beiden Gruppen von Befragten viel zu niedrig. Durchsetzungskraft scheint noch nicht in ausreichendem Maße auf der Führungsebene angekommen zu sein. Dabei ist gerade das eine Kompetenz, die neben Kommunikation und Konfliktfähigkeit ganz vorn im Anforderungskatalog an Führungskräfte steht.

Angst, sich unbeliebt zu machen

Durchsetzungskraft hängt sehr stark vom Selbstwertgefühl und der emotionalen Unabhängigkeit einer Person ab. Wer darauf angewiesen ist, dass andere ihn mögen, wird schneller zu Kompromissen neigen als jemand, der sich seines Weges sicher ist und nicht darauf achten muss, beliebt zu sein. Ein intaktes Privatleben kann vor emotionaler Abhängigkeit im Job schützen. Außerdem sind gute Absicherungen gegen eine Durchsetzungsschwäche die eigenen Erfahrungen und bisherigen Leistung. Wer stolz auf sich sein kann, traut sich auch, unbequem zu sein.

  • Um Durchsetzungsvermögen ohne mulmiges Gefühl zu zeigen, sollten Führungskräfte daher hinsichtlich ihrer eigenen Person auf die folgenden Aspekte achten:
  • gute private Kontakte, die für ein stabiles soziales Netz als Ausgleich zum Beruf sorgen
  • privater Erfolg bei einem Hobby, einen Sport oder ähnliches
  • ein gutes Bewusstsein über die eigenen beruflichen Leistungen und den beruflichen Wert

Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist nur möglich, wenn Führungskräfte Mitarbeitern Zeiten für Sport, Hobbys und Familie einräumen auf Distress der Mitarbeiter mit Mitgefühl und Verständnis reagieren Privatzeiten der Mitarbeiter so wenig wie nötig und nur in dringenden Ausnahmen belasten

Der kleine Tyrann und seine Schwäche

Wer das Durchsetzungsvermögen übertreibt, verwechselt es mit Dominanz. Dabei geht es nicht mehr nur um den Sachverstand und um vernünftige berufliche Entscheidungen sondern darum, etwas bestimmen zu dürfen. Durchsetzungskraft lässt sich nicht mit einer Persönlichkeitsschwäche unter einen Hut bringen. In der Praxis ist leider zu oft zu beobachten, dass dominantes Auftreten als Kompensation für Minderwertigkeitsgefühle genutzt wird. Auch bei dieser offensichtlichen Schwäche liegt ein schwaches Selbstwertgefühl vor. Wer seinen Führungsanspruch darstellen und präsentieren muss, gehört gar nicht in diese Rolle. Viel mehr strahlen manche Menschen aus, dass sie auf ihrem Gebiet Autoritäten sind. Diese Ausstrahlung macht es möglich, mit sanfter, aber bestimmter Hand zu führen. Wer dagegen mit Dominanz agiert, riskiert, dass er verlacht und nicht ernst genommen wird. Schließlich kennen wir alle das Prinzip: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Wenn das passiert, wenn Mitarbeiter ständige Kontrolle brauchen und der Vorgesetzte kontinuierlich Präsenz zeigen muss, liegt eine Führungsschwäche vor. Um diesem Problem vorzubeugen hilft nur, die Auswahl der Führungskraft mit besonderer Gründlichkeit zu vollziehen.[/su_note]

Aufrechte Kommunikationsstrukturen in Unternehmen

Führungskräfte stehen unter einem großen Druck der Verantwortung. Gleichzeitig erwarten Mitarbeiter aufrechtes Verhalten und souveräne Führungsfähigkeiten. Das ist nicht immer leicht umzusetzen. Wer ständig Druck von oben bekommt, wird nach unten treten. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, wenn er selbst nicht zerbrechen will. Deshalb gilt auch für die Vorgesetzten von den Vorgesetzten: Immer auf Augenhöhe kommunizieren. Ein Vorgesetzter, der sich gegängelt und bevormundet fühlt, wird seine Mitarbeiter schlecht behandeln und eher autoritär führen statt sich durchzusetzen. Dabei entstehen Ängste, die wiederum dem Arbeitsklima und damit dem wirtschaftlichen Erfolg gefährden. Aus diesen Beobachtungen ergibt sich die Notwendigkeit für eine konstruktive Kommunikationsstruktur.

Durchsetzungskraft in der Praxis zeigen

Steht die Führungskraft vor der Aufgabe, sich durchzusetzen, können die folgenden Tipps für die Praxis hilfreich sein, damit es nicht zu einem Desaster kommt. Denn versuchte und gescheiterte Durchsetzungskraft zieht einen Verlust und Respekt und Achtung nach sich, den sich ein Vorgesetzter nicht leisten kann und darf.

1. Setzen Sie sich ein Ziel und finden Sie drei gute Argumente, warum ihr Weg gewählt werden muss.

Durchsetzungsvermögen darf nicht mit Willkür verwechselt werden. Wenn Sie Argumente präsentieren können, werden Sie als sachkundig und vertrauenswürdig erlebt.

2. Machen Sie sich schon vorher bewusst, auf welche Widerstände Sie treffen könnten. Spielen Sie im Vorfeld durch, wie Sie darauf reagieren wollen.

Wer alles „auf sich zukommen“ lässt, beweist Phlegmatismus, das ist das Gegenteil von Führungsstärke.

3. Stellen Sie dar, dass es nicht um Ihren eigenen Willen geht sondern um eine sachliche Notwendigkeit, die Sie durchsetzen wollen.

Mitarbeiter dürfen nicht das Gefühl entwickeln, Sie würden aus persönlichen Motiven handeln. Dadurch könnte sich sonst das Gefühl entwickeln, dass Sie dominant auftreten.

4. Bleiben Sie auf Ihrem Weg. Lassen Sie nicht das Ziel aus den Augen. Nehmen Sie die Impulse Ihrer Mitarbeiter wahr, aber verlieren Sie nie das Ziel aus den Augen.

Gerade im Geschäftsleben ist die feste Fokussierung auf das Ziel überlebenswichtig. Schließlich werden Sie für Zielerreichung bezahlt. Stellen Sie ein notwendiges Ziel nie in Frage. Für Vertriebler gilt: „Verkaufen Sie Produkt A oder Produkt B – aber verkaufen Sie!“

5. Ziehen Sie Konsequenzen, wenn Sie missachtet werden.

Wenn Sie Durchsetzungsvermögen zeigen wollen, ist die wichtigste Handlungsweise die Konsequenz. Wer sich wie ein Fähnchen im Wind dreht und seine eigenen Aussagen nicht umsetzt, wirkt schwach. Und den Ruf, schwach zu sein, wird ein Vorgesetzter kaum wieder los.

Verantwortung ist nicht teilbar

Eine Führungskraft ist unabhängig. Sie trägt die Verantwortung für den ihr übertragenen Bereich. Für die Führung der Mitarbeiter und auch für die Auswahl des Personals trägt nicht das Personal die Verantwortung. Wer geführt werden will, hat ein Recht darauf, wenn er entsprechend beschäftigt ist. Die Kompetenzen und Rollen müssen klar definiert sein. Außerdem muss jeder im Team genau und explizit wissen, welche Bereiche unter seiner Kompetenz stehen. Das Durchsetzungsvermögen eines guten Vorgesetzten setzt genau da an, wo Klarheit über die Aufgabenbereiche hergestellt wird und die Leistungserwartungen notfalls nachdrücklich eingefordert werden. Weitere Informationen bekommen Sie hier.