Teamfähigkeit bedeutet, gemeinsam Spitzenleistung zu erbringen

Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Teamfähigkeit: die Fähigkeit aus einer Gruppe ein wirklich fähiges Team zu entwickeln. Die Führungskräfte sind erfolgreich, die alle Mitarbeiter gemeinsam zum Erfolg führen und die Kraft einer solchen Gemeinschaft nutzen.

Halten Sie Teamfähigkeit auch für eine der wichtigsten Eigenschaften im Berufsleben? Dann hat Sie sicherlich schon häufig die Erfahrung frustriert, dass in Teams oft mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet wird. Das muss nicht sein.

 

Dieser Werkzeugkasten hilft Ihnen, die Teamfähigkeit Ihrer Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern. Sie werden in der Lage sein, typische Probleme der Arbeit im Team souverän zu umschiffen. Die deutlich erhöhte Effizienz lässt Sie mehr Erfolge feiern.

Erfahren Sie, was Teamfähigkeit ausmacht und wieso es in Teams so häufig zu Problemen kommt. Sie lernen die Rollen im Team und die Phasen der Teamentwicklung kennen. Dadurch werden Sie in die Lage versetzt, Ihr Team zu jeder Zeit perfekt zu führen.

Teamfähigkeit zählt zu den Soft Skills, die in fast jeder Bewerbung in zahlreichen Berufsfeldern genannt werden. Auch im Vertrieb spielt diese Kompetenz eine große Rolle, obwohl die Vertriebsmitarbeiter im Normalfall allein beim Kunden sind.

Was macht einen teamfähigen Mitarbeiter aus?

  • Engagement in der Gruppe
  • konstruktive Zusammenarbeit
  • achtsamer und rücksichtsvoller Umgang mit den anderen Teammitgliedern
  • Disziplin und Zuverlässigkeit
  • Kompromissbereitschaft
  • Kritikfähigkeit

Das Individuum im Team

Obwohl Teamfähigkeit immer wieder gefordert wird, fahren Mitarbeiter bislang in zahlreichen Unternehmen mit Einzelkämpfertum besser. Häufig wird nur die Leistung des Einzelnen gesehen und bewertet.

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Auf der anderen Seite werden Leistungsträger in vielen Teams gebremst. Wer sich mit viel Engagement und Kompetenz einbringt, erntet trotzt der Forderung nach Teamfähigkeit Misstrauen.

Die Folge: Einzelne Teammitglieder engagieren sich nicht in dem Maß, in dem sie es könnten, wenn ihre Leistungen vom Rest des Teams anerkannt würden. Ihre Teamfähigkeit leidet darunter. Teamfähigkeit besteht daher in einem hohen Maß darin, auf dem schmalen Grat zwischen Konkurrenz und Kooperation sicher zu wandeln.

Typische Probleme im Team

„Teams lösen Probleme, die es ohne sie nicht gäbe.“

Neben der Arbeit an den eigentlichen Aufgaben muss ein Team immer auch Zeit und Energie darauf verwenden, sich selbst zu verwalten. Denn hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Zielen, Ängsten, Vorurteilen und Erinnerungen aufeinander.

Beugen Sie diesen Problemen vor:

Tall-Poppy-Snydrom: Niemand möchte positiv herausstechen, um keinen Neid auf sich zu ziehen. Chinese-Walls-Syndrom: Wissen wird nicht im erforderlichen Maß geteilt. Not-Invented-Here-Syndrom: Nicht die beste, sondern die eigene Idee wird vorgezogen. Neue Teammitglieder haben kaum eine Chance. TomTom-Syndrom: Bei Problemen wird nicht um externe Hilfe gebeten, obwohl die Situation dies längst erfordert.

Nutzen Sie das Wissen des gesamten Teams

Häufig sehen Arbeitnehmer ihren Status gefährdet, wenn Sie exklusives Wissen teilen – ihr Herrschaftswissen. Der Arbeit im Team ist diese Verhaltensweise wenig dienlich.

Ihre Aufgabe ist es, im Team so viel Vertrauen aufzubauen, dass die Mitglieder sich ermutigt fühlen, zu kooperieren und ihr Wissen zu teilen. Sie geben die Rahmenbedingungen vor und stellen den fairen Umgang miteinander sicher. Dazu müssen Sie selbst ein hohes Maß an Teamfähigkeit mitbringen.

Welche Rollen im Team gibt es?

In der Theorie werden innerhalb des Rollenmodells neun Typen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen unterschieden. Die richtige Mischung aus all diesen Rollen ist maßgeblich für den Erfolg.

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Das kann er/sie besonders gutHier liegen seine/ihre Schwächen
MacherIst pragmatischUngeduld, provoziert oft
UmsetzerZeigt Disziplin und PflichtbewusstseinSturheit, weicht ungern vom Plan ab
PerfektionistGroße Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit; lässt keine Fehler zuGibt nur ungern Aufgaben aus der Hand; Kontrollsucht
KoordinatorRuhe und Selbstsicherheit, ist ein FördererIn keinem Bereich überdurchschnittliche Fähigkeiten
TeamarbeiterAgiert kooperativ und diplomatisch, fügt sich gut einOft entscheidungsschwach
WeichenstellerBegeisterungsfähigkeit und NeugierdeSchnelles Abflauen des Interesses
ErfinderKreative und provokative DenkweiseLässt formale Vorgaben außer Acht
BeobachterIst ein Realist, Machbarkeit ist ihm/ihr wichtigBremst aus, wenig motivierend
SpezialistBesitzt großes Fachwissen, TüftlerOft zu detailverliebt

Beachten Sie dabei:
Nicht immer ist es möglich, ein Team zu bilden, in dem alle neun Typen vertreten sind.
Eine Person kann mehrere Typen in sich vereinen.

Phasen der Teamentwicklung

Über die Zeit durchläuft ein Team verschiedene Phasen. Bruce W. Tuckman hat im Jahr 1965 sein Phasenmodell entwickelt, in dem er die einzelnen Schritte näher beschreibt. Vor allem bei Projekten, in denen ein Team neu zusammengestellt wird, kommt dieses Modell zum Tragen.

 

Forming: Während dieser Orientierungsphase müssen die einzelnen Teammitglieder sich erst einmal beschnuppern. Die Grundstimmung ist positiv und erwartungsvoll. Dennoch herrscht Unsicherheit – sowohl bezüglich der Aufgaben als auch bezüglich der Teamkollegen.

Storming: Die Arbeit am Projekt beginnt – und die ersten Meinungsverschiedenheiten treten ein. Die Phase ist geprägt von Konflikten und Frustrationen.

Norming: Langsam kehrt in der Normierungsphase Teamgeist ein und die Mitarbeiter ziehen zunehmend an einem Strang. Die Rollen im Team bilden sich heraus und jeder findet seine Aufgaben.

Performing: Nun beginnt die eigentliche Arbeitsphase. Nachdem Konflikte bewältigt sind und jeder einen festen Platz im Team gefunden hat, kann die Energie in das Erreichen des eigentlichen Projektziels fließen.

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Hinzu kommt noch eine fünfte Phase: das Adjourning, das Tuckman 1970 seinem eigenen Modell hinzugefügt hat. Hierbei handelt es sich um die Auflösungsphase nach Abschluss eines Projekts. Aus diesem Grund ist diese Phase auch nicht immer relevant, sondern tritt nur bei zeitlich begrenzten Projekten ein. Man trennt sich von der Aufgaben, seinen Rollen und den anderen Mitgliedern des Teams.

 

Das sind Ihre Aufgaben in den einzelnen Phasen

  • Während des Forming nehmen Sie nicht nur eine Rolle als Vorbild für die Teammitglieder ein. Sie helfen auch dabei, dass das Team sich untereinander kennenlernt und anfängt, seine Strukturen herauszubilden. Sie geben die Richtung vor.
  • In der Phase des Storming sind Ihre diplomatischen Fähigkeiten, Ihre Diplomatie und Ihre Fairness gefragt. Häufig müssen Sie kleine Streitigkeiten schlichten und Entscheidungen treffen. Wichtig ist, dass Sie dabei stets einen kühlen Kopf bewahren. Dadurch, dass Sie die Aufmerksamkeit auf die Ziele lenken, rücken Differenzen im Team in den Hintergrund,
  • Wenn die Norming-Phase erreicht ist, bringen Sie sich aktiv in die Aufgabenverteilung mit ein, die anhand von Stärken, Interessen und Bedürfnissen der Teammitglieder vorgenommen werden sollte. Sofern notwendig, stellen Sie Regeln auf.
  • Wenn das Team die Phase des Performing erreicht hat, sind die schwierigsten Klippen umschifft. Nun können Sie sich auf Details konzentrieren und dem Team den Weg zut Top-Performance ebnen. Sie koordinieren Besprechungen und repräsentieren das Team nach außen hin.
  • Auch in der Phase des Adjourning können Sie als Führungskraft noch viel tun: Loben Sie und erhalten Sie dadurch die Motivation auch für zukünftige Projekte. Geben Sie Feedback und helfen Sie den Mitarbeitern bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven.